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Über Verantwortung und Ehrlichkeit in der Politik
Jakob Augstein und Kerstin Kaiser
Kerstin Kaiser, Vorsitzende der Linksfraktion im Brandenburger Landtag, war zu Gast im Prenzlauer Berg – beim Freitag Salon im Ballhaus Ost. Jakob Augstein, Verleger des Freitag, befragte die couragierte Politikerin, die Ende 2009 auf ein Ministeramt in der rot-roten Landesregierung in Potsdam verzichtete, um einen Politikwechsel zu ermöglichen, nach persönlicher und politischer Verantwortung beim Umgang mit Stasi-Vergangenheit.
Sie widersprach der Auffassung, die Aufarbeitung der DDR-Geschichte in Brandenburg würde erst 20 Jahre nach 1989 beginnen und stellte differenziert die Hintergründe des sogenannten “Brandenburger Wegs” beim Umgang mit persönlicher und politischer Vergangenheit dar. Sie beschrieb die politische Instrumentalisierung der Stasi-Thematik nach den Brandenburger Landtagswahlen 2009, sprach aber auch über eigene Fehler und Schwierigkeiten beim Begreifen unehrlichen Verhaltens eigener Parteifreunde.
Aus der Annahme der politischen Verantwortung für den undemokratischen Sozialismus in der DDR resultiere bis heute die Aufgabe der Partei Die Linke, soziale Gerechtigkeit und bürgerliche Freiheitsrechte als sich gegenseitig bedingend und nicht einander ausschließend zu betrachten, so Kerstin Kaiser.